Ganzheitliche Optimierung

Die Krux mit Optimierung haben sie uns im Matheunterricht leider nicht beigebracht. Da konnte man mit ein paar simplen Formeln die maximale rechteckige Fläche aus einer parabelförmig gebrochenen Glasscheibe berechnen.

So einfach geht das aber in der Praxis nicht.
Meist schon bei Betrachtung von zwei Prozessen kommt sich die Optimierung des ersten Prozesses mit der Optimierung des Zweiten in die Quere. Habe ich meine Produktionsstraße für die Herstellung von Hamburgern in die bestmögliche Form gebracht, ist die perfekte Bereitstellung von Wraps in meinem Schnellrestaurant ernstlich in Gefahr. Hier gilt es also einen Kompromiss zu finden.

Doch das ist nur ein Aspekt der möglichen Interferenzen zwischen verschiedenen Ansätzen. Oft viel gefährlicher - weil kaum oder gar nicht planbar - ist die Kompliziertheit oder gar Komplexität des Systems. Sind in einer Organisationseinheit alle Spezialisten in einer Gruppe gebündelt, dann spielen soziale und psychologische Argumente für eine nicht funktionierende Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Die gemeinsame Eigenschaft des Spezialistentums für ein Thema bedeutet ja nicht, dass auch die charakterlichen Eigenschaften miteinander harmonieren.

Gerade diese - zutiefst menschlichen - Attribute spielen bei der Optimierung eine entscheidende Rolle. Erfolgreiche Optimierungsprojekte zeichnen sich durch Einfachheit aus, die alle Betroffenen auch verstehen. Durch die Zentrierung auf Teamtypen statt auf Fachqualitäten und durch sensible Berücksichtigung bestehender (informeller) Kooperationen.

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