Jetzt ist wieder Abiturzeit. Da hat es sich in den letzten Jahren etabliert, dass die Eltern oder Geschwister oder Freunde allerlei Plakate anfertigen, die sie vor der Schule aufhängen und damit den Prüflingen Mut spenden wollen. Eine schöne Mode, die zeigt, wie einfallsreich manche Menschen sind und wie nahezu unerschöpflich der Pool an bemerkenswerten Sprüchen ist.
Ja, wenn wir diese Kreativität doch gleich auch für andere Bereiche nutzen könnten. Sind die Eltern vermutlich knapp fünfzig Jahre alt, dann kann man vermuten, dass sie noch mitten im Berufsleben stehen. Wo sie ja gerne auch ihren Einfallsreichtum beweisen können. Doch wie traurig ist die Verschwendung dieser Ressource, weil Menschen in diesem Alter nicht mehr für Innovation angesprochen werden.
Nein, Neuerungen müssen von jungen Menschen kommen. Da scheiden Eltern von Abiturienten aus, viel zu alt, nur noch für Routinearbeit zu benutzen, komplett eingefahren in ihren Abläufen und deshalb keine Kandidaten für spannende Impulse.
Warum denn? Nicht alleine, dass die Möglichkeiten der älteren Generation ungenutzt verloren gehen, es ist auch die Motivation und die Freude zur Mit- und Neugestaltung, die brach liegt. „Eltern, wehrt euch“, möchte ich sagen, denn Kreativität ist kein Privileg junger Leute, vielmehr eine Eigenschaft, die wir zwar als junge Menschen mitbekommen, die aber mangels Training im Laufe des Lebens verloren gehen kann.
Eigentlich sollte es ja im Interesse der Unternehmen sein, diese Kreativität, diesen Einfallsreichtum zu fördern und zu fordern. Doch was ich so erlebe, wird dies nur recht halbherzig gemacht. Es ist also an der Zeit, den Spieß umzudrehen, nicht auf die Aufforderung zu warten, sondern die Ärmel aktiv hochzukrempeln und auch dort Impulse zu geben, wo sie nicht ausdrücklich angefordert werden.
Das Entfesseln der eigenen Kreativität muss ja nicht nur in der Mal-AG passieren; Oft hilft ein Blick auf die persönlichen Neigungen, begeisternde Aktivitäten in der Kindheit, die Freude an Gestaltung in privat anmutenden Themen. Und plötzlich kommt wieder Leben in eine langsam langweilig werdende Tätigkeit, kann man Kolleginnen und Kollegen mitreißen und Führungskräfte von Alternativen überzeugen.
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