Ein bekannter Sketch von Otto Waalkes nahm Quizsendungen auf die Schippe und formulierte eine Frage an den Kandidaten, der sich als Rembrandt-Experte vorstellte:
"Bei einem Bild von Rembrandt wird die Frau des Malers als Göttin der Jagd dargestellt. Wie hieß der Mann der Frau des Malers?" - Antwort des Kandidaten: "Wie? Welches Malers? Rembrandt?" - "Absolut korrekt"
Einerseits führt Otto hier die Albernheit damaliger Fernsehsendungen vor. Andererseits ist es aber auch ein schönes Beispiel, wie man eine Frage so formulieren kann, dass sie vom Prüfling richtig beantwortet wird. Egal, wie gut er sich auskennt. Man könnte auch sagen, als Prüfer habe ich es in der Hand, ob der Prüfling mit Bravour besteht oder durchfällt.
Also Quizsendung oder Prüfung? Nicht nur, auch beliebige Entscheidungen und deren nach außen getragenen Begründungen gehorchen diesem Prinzip. Zuerst wird im stillen Kämmerlein ein Thema durchdacht, diskutiert, evaluiert und schließlich entschieden. Und dann, aber eben erst dann, wird die Begründung erarbeitet.
Diese passt dann perfekt zur gefundenen Lösung.
In einer Prüfung sähe das so aus: Erst mal ein lockeres Gespräch zu Sondierung, wie pfiffig ist das Gegenüber, dann ein paar Fragen, ob er das zu prüfende Fach verstanden hat. Es folgt die innere Einschätzung, wo der Kandidat fachlich steht, ob er sich gut auskennt, eine entsprechend gute Note verdient hat, oder ob er eher eingeschränkte Kenntnisse aufweist und weniger gut abschneidet. Schlimmstenfalls sogar durch die Prüfung fällt.
Und dann kommen die Fragen, die die Note begründen. Lief es bis dahin gut, dann kommt die Rembrandt-Frage. "Sehen Sie, das hat doch ganz toll geklappt, ein sehr gutes Prüfungsergebnis." Und wenn es nicht gut lief, der Daumen nach unten zeigt? Dann folgen Fragen zur Fußnote auf Seite 257. Ehrlicherweise hat der Prüfling ab diesem Punkt keine Chance mehr, aber er geht mit dem Gefühl aus der vermasselten Prüfung, dass er den Durchfaller verdient hat.
Wenn sich also ein Gremium für Option A entschieden hat, dann ist die Arbeit noch nicht fertig. Jetzt kommt noch der wichtige Teil, denn die Beteiligten und Betroffenen müssen noch „abgeholt“ werden. Man muss noch die Rembrandt-Frage formulieren, damit sie mehr oder weniger zwingend die Antwort geben, die man ihnen in den Mund gelegt hat.
Nein, das sind keine Suggestiv-Fragen. Es sind normale Fragen, die aber von der Logik her nur eine bestimmte Antwort erlauben. Und die muss Option A lauten.
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