Manchmal werde ich bei irgendeinem Thema gefragt, woher ich das eigentlich weiß. Mal zielt die Frage dahin, dass der Wahrheitsgehalt in Frage gestellt wird, ein andermal drückt sie die Verwunderung aus, dass ich von irgendeinem Randthema Informationen beisteuern kann. Jedenfalls reicht es aber nicht, etwas zu wissen, ich muss auch noch die Quelle benennen können.
In der Praxis passiert mir das eher selten, ich weiß es halt, warum auch immer, woher auch immer. Dabei ist es doch gar nicht unbedingt nebensächlich. Stehen qualifizierte Studien dahinter, ist der Ursprung verlässlich, sind die Daten aktuell, gibt es relevante Gegendarstellungen oder sind mir kontroverse Diskussionen bekannt?
Aber die Frage nach der Wissensherkuft ist oft in öffentlichen Diskussionen zu erleben, populär und geradezu penetrant in der Debatte rund um Künstliche Intelligenz und ChatGPT. Jeder Influencer kann den größten Unsinn in die Welt posaunen, jedes Schmierenblatt irgendwelche Fakenews verbreiten, jeder Vertriebsmitarbeiter das Blaue vom Himmel lügen - das wird erst mal geschluckt, wenn es nur geschmeidig genug daherkommt.
Doch sobald ein Politiker etwas von sich gibt wird es enger, wenn ich es als Privatmensch publiziere wächst die Skepsis und wenn es die Antwort von ChatGPT kommt, dann heißt die Devise "glaub erst mal kein Wort, lass dir alle Quellen nennen".
Klar, allzu naiv darf man nicht mit den Aussagen umgehen, unabhängig von der Quelle sollte man alle Statements zumindest einer Plausibilitätsprüfung unterziehen. Und je nach Kritikalität weiter nachhaken. Aber grundsätzlich und alles zu hinterfragen ist eher ein Zeichen von pathologischem Misstrauen und der Einstieg in fortwährende Alltagsprobleme. Oder würde man seinen Partner auch bei jedem noch so harmlosen Gespräch nach den Wissensquellen fragen?
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