Interdisziplinäre Ansätze - Analogien, Gleichnisse, Anregungen für Perspektivenwechsel. Neuigkeiten jeden Mittwoch.
Mittwoch, 29. November 2023
Krrrrk – Ich habe Sie nicht verstanden
Mittwoch, 22. November 2023
Dafür haben wir keinen Sensor
Dienstag, 14. November 2023
Das Tier im Unternehmen
Mittwoch, 8. November 2023
Zu viele Berater, zu wenig Beratene
Mittwoch, 1. November 2023
Hebammen und Erzieher guter Ideen
Das kommt mir bekannt vor. Auch neue Ansätze, Verfahren, Technologien kommen irgendwann auf den Markt, beeinflussen ihn vielleicht eine Weile, um dann in manchen Fällen zu verschwinden oder abgelöst zu werden. Es lohnt sich also, einen Blick auf die natürlichen Abläufe zu werfen, um Schlüsse für das technische Umfeld ziehen zu können.
Mit Geburten, dem Päppeln und Erziehen von jungen Menschen haben wir schon viele tausend Jahre Erfahrung
- Als erstes ist der Wunsch
vorhanden, ein Kind zu bekommen.
- Wir prüfen, ob wir diesen
Wunsch prinzipiell erfüllen können, das Kind ernähren und bis zur
Selbständigkeit betreuen können. Einen Teil dieser Prüfung nimmt uns die
Natur automatisch ab (Zeugungsfähigkeit bzw. Fruchtbarkeit).
- Die Natur hat es so
eingerichtet, dass die Befruchtung mit Lust verbunden ist.
- Durch die Befruchtung der
Eizelle legen wir den Grundstein für die Entwicklung eines neuen
Lebewesens. Ob das überhaupt geht hängt von der Erbsubstanz ab (wie in der
Tierwelt bekannt kann man nicht beliebig „kreuzen“), die ihrerseits in den
zusammengeführten Informationen (DNA) bereits einen Teil des Bauplans
enthält.
- Der heranreifende Fötus
ist im Mutterleib vor der Außenwelt geschützt und kann sich ungestört
entwickeln. Ein ausgeklügelter Mechanismus sorgt dafür, dass zwar ein
getrennter Organismus entsteht, dieser aber zunächst noch an den
Stoffwechsel der Mutter angekoppelt ist.
- Bei der Geburt wird der
neue Körper vollständig autark, die Nabelschnur kann gekappt werden. Er
ist aber noch nicht ohne Unterstützung überlebensfähig, vielmehr ist noch
Hilfe und Ernährung erforderlich.
- Im Heranwachsen lernt das
Kleinkind Grundfertigkeiten wie Kommunikation, Koordination von Bewegung
und soziale Kompetenzen wie das Einfügen in das persönliche Umfeld.
- Nach den ersten
Steuerungsimpulsen durch die Eltern übernehmen in vielen Ländern weitere
Personen die Erziehung, seien es Verwandte oder professionelle Erzieher.
Sie sorgen für eine möglichst gute Entwicklung mit dem Ziel, einen
möglichst hohen Wertbeitrag für die Familie oder die Gesellschaft zu
erhalten.
- In der Pubertät erarbeitet
sich der inzwischen körperlich weitgehend ausgewachsene Mensch auch seine
psychische Reife.
- Etwa zu dieser Zeit
beginnt die Produktivität; Lernen und Weiterentwicklung begleiten zwar
weiter, treten aber zunehmend in den Hintergrund.
Vielleicht fehlen in diesem Modell ein paar Meilensteine, aber der Grundablauf ist klar. Und er zeigt deutlich, wie ein Prozess im Unternehmen von dem ersten Gedanken bis zum Erreichen eines positiven Deckungsbeitrages verläuft. Wenn man die oben aufgeschriebene Liste noch einmal liest und bei jedem Punkt die Aspekte einer menschlichen Geburt durch unternehmerische Begriffe ersetzt kommt zum Beispiel folgende Aufstellung heraus:
- Neuerungen sollen her, es
werden Änderungen an Abläufen, Produkten oder Prozessen gewünscht.
- Ist für die Einleitung von
Veränderungen, Aktualisierungen oder Marktanpassungen Geld vorhanden, ist
die Belegschaft dafür geeignet?
- Innovation muss Spaß
machen, die Beteiligten müssen Lust auf neue Ansätze und Veränderung
haben.
- Kreative Köpfe aus
verschiedenen Disziplinen bringen verschiedene Aspekte mit Lösungen aus
ihrem Tätigkeitsfeld zusammen.
- Unter Laborbedingungen
wird ein Prototyp entworfen, der in dieser frühen Phase die vorhandene
Infrastruktur nutzt, aber perspektivisch auch ohne diese funktionstüchtig
ist.
- Es schließt sich eine
Pilotphase an, in der der Proof of Concept zu einem Minimum Viable Product
(MVP) weiterentwickelt wird.
- Integration in die
vorhandene Landschaft bzw. technische Architektur unter Einsatz der
vorgegebenen Basissysteme
- Das Produkt oder der
geänderte Prozess wird durch geeignetes Tuning auf hohen Wertbeitrag oder
RoI optimiert.
- Rollout in begrenztem
Umfang, Optimierung gemäß Anwenderfeedback, Bedienbarkeit,
Praxistauglichkeit.
- Vollständige Inbetriebnahme mit regelmäßiger Begutachtung und Weiterentwicklung. Orientierung an geeigneten Messgrößen (KPI) und Einleitung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP).