Die Fahrt ist gut angelaufen, die ersten Stationen haben wir mit einer Verspätung erreicht, die der routinierte Bahnkunde schon als normal empfindet. Doch im nächsten Bahnhof bleiben wir stehen. Wie gewohnt passiert erst mal nichts, keine Weiterfahrt, keine Durchsage, einfach nichts. Doch dann meldet sich eine Stimme aus dem Lautsprecher und erklärt, dass sich unsere Weiterfahrt noch verzögert, ein anderer Zug habe Vorrang.
Ich schaue aus dem Fenster. Der kleine Bahnhof ist leer, keine Fahrgäste, kein Zug. Minuten vergehen, dann setzt sich unser Zug wieder in Bewegung. Wo mag er nur sein, dieser andere Zug mit Vorrang?
Durch den Halt habe ich genug Zeit, mich mit dem Thema Portfoliomanagement zu beschäftigen. Da arbeitet man sich auch langsam auf die Liste der hochpriorisierten Projekte vor, doch dann - schwupps - taucht ein neues Projekt aus dem Nichts auf und wirft die bisherige Priorisierung über den Haufen. Bei der jetzt entschiedenen Tranche ist mein Vorhaben nun plötzlich doch nicht dabei, die Antragsunterlagen werden archiviert und müssen bei der nächsten Runde aktualisiert erneut vorgelegt werden.
Änderungen können vorkommen und neue Situationen eine Neuplanung erfordern. Aber wirklich irritierend ist es, wenn dann die Störenfriede genauso überraschend verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Geisterzüge, Geisterprojekte. Einziger Trost, dass es dann irgendwann doch noch weitergeht, nur nicht im Zeitplan.
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