Mittwoch, 19. August 2026

Sehr vorausschauend

In der heutigen Zeit bin ich sehr froh, dass es Menschen gibt, die nicht nur an den nächsten Tag denken. Bei denen Ankündigungen, Vorbereitungen und einleitende Maßnahmen nicht hopplahopp daherkommen. Gerade im Zusammenhang mit Handwerk im öffentlichen Raum erleben wir da eine große Spreizung. Am Freitag war noch nichts zu erkennen, am Montagmorgen werden die Autos abgeschleppt, die den seit Monaten geplanten Baumfällarbeiten im Wege stehen.

Sehr vorausschauend

Aktuell das Gegenteil. Da schlendere ich durch die August-Hitze auf dem Bahnhofsparkplatz zu meinem Auto. Trotz der Schulferien muss ich bis zum anderen Ende, weil ein Teil der Parkplätze mit Schildern abgesperrt ist. Nicht nur mit Parkverbot, sondern mit absolutem Haltverbot (VZ-283). Ordnungswidrig handelt, wer auch nur stoppt, um einen Fahrgast aufzunehmen oder den Einkaufswagen ins Auto zu entleeren. Das muss ja höchste Wichtigkeit haben.

Ich bleibe im Schatten stehen und betrachte das darunter angebrachte Zusatzschild: „ab 17.12.25 bis 10.12.26“. Aha. Die immerhin bislang schon über 220 Tage genutzt, um zwei Dixi-Häuschen aufzustellen und damit die Baustelle einzurichten. Welche auch immer das sein mag. Das ist zweifellos sehr vorausschauend, man könnte auch sagen ein wenig übertrieben.

Selbst wenn es gar kein unangemessen langer Vorlauf ist, sondern eine ungeplante Verzögerung eingetreten ist: Wäre da nicht eine Neuplanung und damit einhergehend die Freigabe der jetzt gesperrten Parkplätze richtig gewesen?

In Gedanken vertieft gehe ich weiter, male mir aus, wie die Qualität der restlichen Organisation sein dürfte. Kein Wunder, wenn sich nichts bewegt, in einer Kombination aus Bürokratie und vorgeschobener Bürokratie hängenbleibt. Und machen wir uns nichts vor: Am Ende ist das nicht nur lästig für die Bürger, sondern macht jeden Vorgang auch noch für alle teurer.

Schließlich zeigen aber beide Extrema (also überfallmäßige Änderungen und sinnlose Dauerabsperrung), dass die Bürger nicht im Mittelpunkt stehen und das Verständnis fehlt, wer am Ende der Prozesskette der Auftraggeber (und Finanzierer) ist. Ein klein wenig „Der Kunde ist König“ sollte in den Köpfen der Verwaltung auch für den Kunden Bürger vorhanden sein.

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