Mittwoch, 21. Oktober 2026

Einfallsreichtum – oder: Gibt es wirklich keine Alternativen?

Derzeit werden in den Medien die Themen Mobilität und Spritpreise diskutiert. Nicht unbedingt ein Modethema, sondern eine Sache, die uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Eingebettet ist die öffentliche Darstellung in Überlegungen zu Strategien („Energiewende“) und Umweltaspekten. Jede beteiligte Seite reklamiert mehr oder weniger gebetsmühlenartig ihre Thesen, die jeweils als alternativlos bezeichnet werden.

Wer es sich leisten kann und die entsprechenden Randbedingungen vorfindet, der lässt sich Photovoltaik-Module auf das Hausdach installieren, kauft eine Wallbox und lädt sein neu gekauftes Elektroauto mit dem Privatstrom. Eine oft als Lösung dargestellte Umgehung der immensen Preissteigerung an den Tankstellen.

Entsprechend läuft die Diskussion in Richtung Verbesserung der Infrastruktur zum Laden, die Förderung von PV-Anlagen, die wünschenswerte Ablösung von Benzin- und Dieselautos durch Elektroautos. Praxistauglichkeit und typisch notwendige Umstellung von Reiseplanungen wird hin- und herdiskutiert.

Nur: Nicht jeder kann sich ein weiteres Auto leisten, sein vorhandenes Fahrzeug durch ein E-Auto ersetzen. Nicht jeder hat eine Dachfläche, die er nutzen kann. Und an öffentlichen Ladesäulen ist das Aufladen auch nicht gerade billig.

Wovon ich in den Debatten so gut wie nichts höre: Was ist eigentlich aus dem Thema Wasserstoff als Energiequelle geworden? Sind da schon alle Forschungsmöglichkeiten bezüglich Herstellung, Lagerung und Transport ausgeschöpft? Wird neben der Weiterentwicklung von PV und Akkutechnologie auch über diese grundsätzlich klimaneutrale Variante nachgedacht? Also, zumindest nicht öffentlich.

Aber gut, wenn man genauer hinschaut, ist Wasserstoff zwar ein interessanter Kandidat, doch so richtig serientauglich ist das Konzept (noch) nicht. Ähnlich wie bei der Elektromobilität muss man hier auch über die Infrastruktur und die komplette Lieferkette bei der Erzeugung sprechen. Von Sicherheitsaspekten und dem Umgang mit gewissen physikalischen und chemischen Eigenschaften ganz zu schweigen. Also zumindest kurzfristig keine Alternative.

Einfallsreichtum – oder: Gibt es wirklich keine Alternativen?
Doch halt: Da gibt es ja noch einen weiteren bekannten Energieträger. Flüssiggas (LPG) kann man mit leichten Einschränkungen bezüglich des Energiegehaltes (und damit etwas erhöhtem Verbrauch) als Antriebsstoff für normale Benzinmotoren verwenden. Mit einem kleinen Zusatztank und einer ausgetüftelten Steuerung fährt man mit dem vorhandenen Fahrzeug einfach weiter, klimaschonend und durch etablierte und (in anderen Ländern) marktübliche Nachrüstsätze auch schon nach rund zwei Jahren kostendeckend.

Nie davon gehört? Nein, in der Zeitung ist nie von LPG die Rede, der geringe Benzinpreis am überraschend engmaschigen Tankstellennetz scheint nicht zum Nachdenken anzuregen. Und wenn man dann noch erfährt, dass man praktisch hybrid fährt, also im Falle eines leeren LPG-Tanks einfach mit dem ja noch vorhandenen Benzintank weiterkutschieren kann – dann fällt es schwer, E-Mobilität als alternativlos zu bezeichnen.

Ist es fehlender Einfallsreichtum, herausragende Lobby-Arbeit (LPG kostet x Arbeitsplätze, die Energiewende ist in Gefahr, die Autoindustrie bleibt auf ihren überproduzierten E-Autos sitzen etc.) oder schlichtweg das unbedachte Weitertrampeln auf den bekannten Pfaden?

Was wir jedenfalls festhalten können: Ein wenig Recherche, Umschauen (gerne auch in Nachbarländern) und die sorgfältige Prüfung von anderen Möglichkeiten sind alternativlos. Aber eben nur diese Prüfung, nicht die vorgegebene Lösung.

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