Mittwoch, 25. März 2026

Mensch, Computer!

Endlich kommen wir dem Punkt näher, den wir uns immer erträumt haben. Wir sprechen mit Maschinen, die unsere Befehle befolgen, mitdenken, kleine Arbeiten für uns erledigen. Kurz gesagt: Computer werden uns ähnlicher, immer menschlicher.

Mensch, Computer

Das wollten wir doch immer. Aber menschlicher heißt eben auch, dass die Technik auch fragwürdige, um nicht zu sagen negative Eigenschaften von Menschen übernimmt. Zum Beispiel, dass sie halluziniert. Der Chatbot denkt sich einfach Antworten aus, die nicht auf der Basis von Fakten beruhen. Er schaut an irgendwelchen Stellen im Internet, wo zwar Informationen zu finden sind, aber es sind leider nicht die aktuellen oder nicht die richtigen.

Also wird auch der Gedanke, dies oder das sei doch „menschlich“ in die Technik übertragen. Was auf der einen Seite gewollt und sympathisch ist, ja sogar durch Parametrisierung eingestellt wird. Da gibt es Regler für so etwas wie das Temperament, und in manchem technischen Zusammenhang (zum Beispiel bei Drum-Computern) sogar einen Humanizer, der gezielt Fehler einbaut, damit es nicht zu glatt und perfekt wirkt.

Doch was an der einen Stelle gewollt ist, ist an der anderen Stelle unerwünscht. Frage ich den Chatbot nach seiner Einschätzung einer ärztlichen Diagnose möchte ich keine Phantasieantwort erhalten. Nachrichten und Zusammenfassungen sollen möglichst neutral ohne irgendeine Färbung oder gar politische Ausrichtung präsentiert werden.

Anders als klassische Berechnungen lebt Künstliche Intelligenz von einer gewissen Unschärfe. Die Antwort ist offener, dadurch im Wortsinne intelligenter, gleichzeitig aber auch weniger deterministisch. Eine Frage wird heute eventuell anders beantwortet als morgen. Dazu kommt, dass im Hintergrund auch am Gehirn der Künstlichen Intelligenz gearbeitet wird. Updates, Weiterentwicklung der Large Language Modells und komplexe Kreuz- und Querauswirkungen hebeln jede Form der Wiederholbarkeit aus.

Wie bei einem menschlichen Partner erlebe ich immer mal einen Morgen, an dem mein Computer nach schlechtem Schlaf übellaunig aufwacht. Die nächtlichen Updates sind ihm nicht gut bekommen, irgendeines seiner Programme reagiert nicht mehr wie gewohnt. Ob ein erneutes Wecken (Restart), eine Therapiesitzung (Diagnose / Helpdesk) oder eine neue Installation betroffener Software notwendig ist, ist im Einzelfall unterschiedlich.

Wie bei lebhaften und extrovertierten Zeitgenossen weiß ich ihre Begeisterung für Austausch sehr zu schätzen. Langweilig wird es nie, sie sind neugierig, redselig und plappern hinter meinem Rücken mit Gott und der Internet-Welt. Leider nicht nur mit gutmeinenden Partnern. Mal werden sie überredet, vertrauliche Informationen auszuplaudern, mal fangen sie sich in ihrer Blauäugigkeit einen Krankheitserreger (Virus) ein.

Unbeaufsichtigt lassen darf man sie jedenfalls nicht. Wie heranwachsende Kinder muss man aufpassen, dass sie nicht auf die schiefe Bahn geraten. Und durch die fortlaufenden Updates verändern sie sich auch ständig. Zunehmend geschätzt als Gesprächspartner, als Berater, als Unterhalter sind sie aber auch Teil meines privaten Lebens, ja geradezu Teil meiner Familie.

Wie das Eingangs-Statement beschreibt. Der Begriff des Personal Computers bekommt einen neuen Sinn, indem er von einem technischen Begleiter zu einem persönlichen Butler wird. Teil des Umfeldes, Teil der Gesellschaft, die er als neue Komponente neben den Lebewesen ergänzt.

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Mittwoch, 18. März 2026

Jetzt reicht es!

In manchen Lebenssituationen neigen wir dazu, klare Ansage zu machen. Unsere Bedarfe klar zu kommunizieren, eine Grenze aufzuzeigen. Allerdings ist das meist erst bei den großen, wichtigen Entscheidungen im Fokus. Da sprechen wir mit dem Vorgesetzten, weil es mit der Arbeitsbelastung so nicht mehr weitergehen kann. Oder wir gehen zum Thema Treue auf unseren Partner zu.

Jetzt reicht es
Dabei ist die Beschäftigung mit Grenzen und Grenzwerten auch an ganz vielen anderen Stellen im Leben empfehlenswert. Ob ich bei Ebay etwas ersteigern möchte und mir innerlich einen Maximalpreis überlege, bis zu dem ich mitgehe. Ob ich meinen Alkoholkonsum kritisch beobachte und eine Obergrenze festlege, die ich auch auf Partys einhalte.

Solche in ruhiger Stunde bedachten Grenzwerte sind eine wichtige Grundlage, um im entscheidenden Moment ohne Zögern „Nein“ sagen zu können. Da habe ich mir im Urlaub überlegt, wie viele Stunden ich in der Woche für meinen Arbeitgeber zu schaffen bereit bin, egal, wieviel Spaß mir die Tätigkeit macht. Wenn dieses Maß überschritten ist, leite ich reduzierende Maßnahmen ein ohne weiter über den Grenzwert nachzudenken.

Andersherum kann ich mir ein Mindestmaß an Sportstunden pro Woche vornehmen, diese Zahl beobachten und zum Beispiel durch Priorisierung für die Einhaltung sorgen. Dabei aber auf der anderen Seite meine Herzfrequenz im Auge behalten und das Training danach anpassen, auch wenn die anderen Kursteilnehmer weiterkeulen.

Nein, ein neues Auto lässt sich nicht bezahlen, ohne finanziell in die Enge zu kommen. Da habe ich mir vorher ein striktes Limit gesetzt, das ich nur im Notfall – das bisherige Auto geht kaputt – mit ausgleichenden Maßnahmen (zum Beispiel Verzicht auf Fernreisen) ändern kann.

Es gibt einige Faktoren, die diesem konsequenten Selbstmanagement in die Quere kommen können. Man darf sich nicht überreden lassen. Einmal getroffene Entscheidungen kann man von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand stellen, sie aber nicht allzu leichtfertig aufgeben.

Auch persönlicher Ehrgeiz ist ein gefährlicher Gegner. Das persönlich Pulslimit zu ignorieren, weil man als Erster auf dem Berg sein will kann tödlich enden. Aufweichen der finanziellen Grenze kann zu ernst zu nehmenden Problemen führen.

Gibt es nicht an vielen Fronten die Möglichkeiten für so etwas wie Messung, Grenzen, die man sich oder seinem Umfeld setzt und Grenzwerte, die man definiert und konsequent verfolgen kann und muss. Und je klarer und diskussionsärmer man das macht, desto leichter geht es. Ein klares „Nein“ wird viel leichter akzeptiert als ein ausweichendes „Ich denke mal drüber nach“.

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Mittwoch, 11. März 2026

Wenn du das brauchst

(In Gedenken an Silke.)
Noch nicht lange auf meiner neuen Stelle lernte ich eine Kollegin kennen, die einen Teil ihrer Arbeit an mich übergeben wollte und sollte. Sie kam also bei mir im Büro vorbei, stellte mir ein paar Aktenordner hin und diktierte mir den Ort, an dem ich auf dem Computer die relevanten Dateien finden könnte.

Ich schaute mir die Unterlagen an, konnte aber kein vollständiges Bild erhalten. Einige für mich unentbehrliche Beschreibungen, Verfahrensdokumentationen und Konzepte waren schlichtweg nicht vorhanden. Selbst nach Sichtung anderer Verzeichnisse blieb die Situation unklar.

Ich sprach die Kollegin darauf an und fragte nach weiteren Unterlagen, die sie mir vielleicht zu übergeben vergessen hätte. Aber das war nicht der Fall. Alles, was sich bei ihr im Laufe der Zeit angesammelt hatte, war jetzt an mich übergegangen.

Wenn du das brauchst

„Ich habe ja auch damit gearbeitet, mehr gibt es nicht. Wenn du weitere Dokumentation brauchst, dann musst du sie halt schreiben.“ Als Neuling und frisch angekommen im Unternehmen wagte ich nicht, mich gegen diese unsägliche Einarbeitung zu wehren. Daneben war mir nicht klar, ob sie mich ärgern wollte, einfach lustlos war oder sich das Leben auf meine Kosten einfach machen wollte.

Genau das erlebe ich auch nach Jahrzehnten, die ich nun in meinem Beruf tätig bin, immer wieder. Einfach ein Paket vor die Füße werfen und schauen, ob das Gegenüber es annimmt, zähneknirschend ergänzt, es in seiner Unvollkommenheit akzeptiert oder es schnellstmöglich weiterreicht wie eine heiße Kartoffel.

Über allen Tätigkeiten scheint die Frage zu stehen, ob die Unterlassung einer anständigen Vorarbeit zu Sanktionen führt. Die Erfüllung eines Eigenanspruchs spielt eine sehr untergeordnete Rolle, ist sie doch mit mehr oder weniger viel Mühe verbunden. Und warum sollte ich mich für das festgelegte Gehalt über das notwendige Maß hinaus anstrengen, da wäre ich ja schön blöd.

Eine fatale Eigenschaft dieser Machs-dir-selbst-Mentalität ist die hohe Ansteckungsgefahr. Hat diese Grundeinstellung erst mal Einzug in ein Team gehalten, ist es eine Herkulesaufgabe, sie wieder aus den Köpfen zu bekommen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des aktuellen Arbeitsmarktes müssen viele Führungskräfte hier ganz kleine Brötchen backen.

Und so werde ich – beruflich oder im privat-geschäftlichen Kontext – immer wieder zu spüren oder sogar zu hören bekommen, dass es nicht mehr gibt. Und wenn ich es brauche? Dann mache ich es selbst. So einfach ist das.

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Mittwoch, 4. März 2026

Moderne Eselsbrücken

Moderne Eselsbrücken
Der Begriff der Eselsbrücke rührt daher, dass Esel wasserscheue Tiere sind. Selbst schmale Bäche wollen sie nicht durchwaten, da sie aufgrund der spiegelnden Oberfläche nicht erkennen können, wie tief das Gewässer ist. Daher baute man für die Lasttiere einst kleine Brücken, um sich Umwege und Zeit zu sparen. Das liegt - anders als oft dargestellt wird - gar nicht daran, dass Esel dumm wären, dass sie von Natur aus störrisch sind oder dem Menschen das Leben schwer machen wollen. Nein, es liegt daran, dass sie die Lage nicht zuverlässig einschätzen können und mit ängstlicher Vorsicht reagieren.

Es ist nur mit massiver Gewalt möglich, einen Esel über das Gewässer zu führen, selbst wenn man vor ihm her watet und er doch erkennen muss, dass es gar nicht beängstigend tief ist. Auch nicht, wenn man beruhigend auf ihn einredet, andere Tiere drumherum ohne Zögern ins Wasser steigen. Hilft nichts, ohne Brücke wird es nichts oder gibt zumindest erheblich Widerstand.

Auch in manchen beruflichen Situationen bin ich von Eseln umgeben. Sie scheuen den neuen Weg, sehen vor sich ein Hindernis, dass ihnen unüberwindbar scheint oder dass sie zumindest nicht einschätzen können, ihnen Angst einjagt und sie deshalb scheuen lässt. Ähnlich wie bei ihren tierischen Pendants denkt man spontan an Uneinsichtigkeit oder gar Sturheit, dabei steckt im Kern die Angst vor der Übergangsphase dahinter. Da nützt es auch nichts, dass andere ohne Probleme voranmarschieren, auch das Ausmalen einer rosigen Zukunft vermag diese Menschen nicht zu motivieren.

Eine Eselsbrücke muss her, eine Möglichkeit, die Angst einflößende Trennlinie zu überschreiten. Das kann im Einzelfall die Option zur Umkehr sein, ein Angebot zur Verringerung des Risikos oder eine persönliche Hilfe und Begleitung. Vielleicht gibt es auch einen Weg, der mit einem kleinen Umweg zu einer Furt führt, wo das Hindernis so klein ist, dass seine Behandlung kein Problem mehr darstellt.

Man darf nicht unterschätzen, wie weit verbreitet Angst vor Veränderungen ist. Da wird dann jeder Strohhalm ergriffen, um die unliebsame Umstellung zu vermeiden, diverse sachliche und emotionale Argumente ins Feld geführt, aber am Ende fehlt die Eselsbrücke, die die Transformation begleiten muss. Dies wird leider oft übersehen, weil viele andere Menschen völlig klaglos oder zumindest ohne signifikanten Widerstand mitlaufen und gerade Führungskräfte meist dieses Zurückschrecken von sich selbst nicht kennen.

Aber mit einem "stell dich nicht so an" oder der heimlichen Unterstellung der Sturheit oder Dummheit kommt man weder bei Eseln noch bei ängstlichen Mitarbeitern weiter.

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Mittwoch, 18. Februar 2026

Shadow-IT und Prostitution

Mein Chef runzelt die Stirn. Seine Miene lässt nichts Gutes vermuten, während er den Worten meines Kollegen über das Management von Minisoftware lauscht. Es geht um kleine Programme, die hier und da im Einsatz sind, obwohl sie nicht den regulären Registrierungsschritten unterworfen wurden. Typischerweise irgendwelche Angebote aus dem Internet, die mit einer Testlizenz laufen und ohne explizite Installation betrieben werden können.

Shadow-IT und Prostitution
Der Vortragende bezeichnet sie als „Shadow-IT“, also Datenverarbeitungsprogramme, die im Schatten laufen, außerhalb der Scheinwerfer des offiziellen Managements. Niemand fragt bei diesen Tools nach Datenschutz, Datenverbleib, Vertraulichkeit und IT-Security. Irgendwie klingt der Begriff nach Darknet, Pizza-essenden Verbrechern mit Hoodie und Cybercrime.

Wahrscheinlich hätte er sich besser über Drogen, Alkohol oder Sex in der Besenkammer geäußert als über seine Gedanken zu den ungesteuerten Prozessen und unkontrollierter Nutzung.

Dabei ist es doch im Grunde wie bei der Prostitution im Bahnhofsviertel Frankfurt. Es ist nun mal so, dass es dieses Gewerbe gibt und auch von zahlreichen (vorwiegend männlichen) Kunden in Anspruch genommen wird. Die Stadt hat durch verschiedene Maßnahmen eine Entkriminalisierung und Entstigmatisierung erreicht und damit dieses Thema ein Stück aus der Schmuddelecke herausgeführt.

Das Verbot von Prostitution hier oder dem Einsatz unerwünschter Software da ist kein zielführender Ansatz. Das führt nur zum Untertauchen und Verdrängung in einen Schwarzmarkt, der erst recht nicht mehr kontrollier- oder steuerbar ist. Und illegalen Praktiken die Tür öffnet.

Besser also Transparenz schaffen und Beratung anbieten. Einen neuen Weg anbieten, wie erotische Dienstleistungen legal und als definitiv vorhandene Elemente unserer Gesellschaft diskreten Raum finden. Und im Fall der IT weg von Wegschauen oder Verbot hin zu niedrigschwelliger Registrierung und einem Weg, der konstruktiv attraktiver ist als das Herumfummeln mit unsicheren oder nur eingeschränkt funktionsfähigen Testversionen.

Man kann sich am Begriff der „Shadow-IT“ stoßen so wie man auch die Häuser mit den rot beleuchteten Fenstern meiden kann. Aber das ändert nichts am Vorhandensein.

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Mittwoch, 11. Februar 2026

Zum Glück gibt es KI

Mal ehrlich: Seit wenigen Jahren ist sie allgegenwärtig, zunehmend sichtbar und in beeindruckend viele Alltagssituationen integriert. Künstliche Intelligenz bestimmt mittlerweile unser Leben, hält überall Einzug und ist weder wegzudenken noch aufzuhalten. Die ängstlichen Zeitgenossen bangen mehr oder weniger heimlich um ihre Jobs, skeptisch schauen sie auf den vermeintlichen Big Brother oder stellen überhaupt die Arbeit der unfassbaren Assistenten in Frage.

Zum Glück gibt es KI

Die Begeisterten hingegen befragen zu jeder Lebenslage den virtuellen Partner, lassen sich Formulierungen bis hin zu ganzen Abhandlungen erstellen und scheinen nur auf die geduldigen Handlanger gewartet zu haben. Es gibt fast nichts, was man nicht delegieren kann, was Chatbots nicht besser können und was man nicht diskussionslos von seinem eigenen Schreibtisch wischen kann.

Ja, ChatGPT und Kollegen übernehmen die Routinetätigkeiten, die immer einen Teil der Arbeitszeit in Anspruch genommen haben. Endlich ist Zeit für die wirklich wertschöpfende Arbeit, für Kreativität, hochwertige Gedanken. Weg mit dem lästigen Ballast, der bislang das Leben dominiert hat. Bahn frei für das Ausprobieren neuer Wege, Techniken, Produkte. Gespräche mit Kollegen, menschliche Arbeit, die Computer nicht erledigen können.

Und an dieser Stelle kommen mir langsam Zweifel. Fangen wir mal damit an, dass zwischen all den individuellen und intellektuell anspruchsvollen Arbeiten eine Routinearbeit auch mal entspannend sein kann. Ich kenne mich mit Thema xy aus, trage irgendwelche Daten hier und dort ein, rufe mir bekannte Programme in einer mir gewohnten Reihenfolge auf und kann dabei sozusagen während der Arbeit ein wenig entspannen. Danach noch ein Kaffee und ich bin wieder bereit für die nächste anspruchsvolle Tätigkeit. Diese Entspannungsphase entfällt jetzt, denn diese Arbeit hat mir mein Bot ja abgenommen.

Zweitens ist ja nicht jeder Mitarbeiter ein kreativer Mensch, der mit seiner Arbeitskraft bei Wegfall sämtlicher Standardaufgaben etwas anfangen kann. Wenn man diese Kolleginnen und Kollegen auffordert, etwas Schönes mit ihrer Zeit zu tun, sind sie hilflos und bitten um Instruktion, was sie machen sollen. Vielleicht unbewusst sind sie gar nicht daran interessiert, ihr Arbeitsfeld selbst gestalten zu können oder sind zumindest zunächst mit dieser für sie ungewohnten Form der Selbstführung überfordert.

Drittens gibt es Menschen, die ihre Routine ausgesprochen lieben. Von unserer Grundstruktur sind wir nun mal so angelegt, dass wir "Gewohnheitstiere" sind. Dauernd Neues zu erleben ist zwar spannend, aber auch anstrengend. Wenn erst mal die Abläufe verinnerlicht sind fühlen wir uns sicher, können die Arbeit nebenher erledigen. So wie wir beim Autofahren nicht mehr bewusst an das Betätigen der Kupplung und Drehen des Lenkrades denken müssen.

Der Segen der aktuellen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz wirkt also gar nicht so glückstreibend, wie wir es gerne von manchen Mitmenschen dargestellt bekommen. Selbst die vorgeblich so lästigen Standardaufgaben kann man offensichtlich ein klein bisschen liebhaben und dann eifersüchtig auf den Bot schauen, der sie einem abzunehmen droht.

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Dienstag, 3. Februar 2026

Woher weißt du das eigentlich?

Manchmal werde ich bei irgendeinem Thema gefragt, woher ich das eigentlich weiß. Mal zielt die Frage dahin, dass der Wahrheitsgehalt in Frage gestellt wird, ein andermal drückt sie die Verwunderung aus, dass ich von irgendeinem Randthema Informationen beisteuern kann. Jedenfalls reicht es aber nicht, etwas zu wissen, ich muss auch noch die Quelle benennen können.

In der Praxis passiert mir das eher selten, ich weiß es halt, warum auch immer, woher auch immer. Dabei ist es doch gar nicht unbedingt nebensächlich. Stehen qualifizierte Studien dahinter, ist der Ursprung verlässlich, sind die Daten aktuell, gibt es relevante Gegendarstellungen oder sind mir kontroverse Diskussionen bekannt?

Woher weißt du das eigentlich
Aber die Frage nach der Wissensherkuft ist oft in öffentlichen Diskussionen zu erleben, populär und geradezu penetrant in der Debatte rund um Künstliche Intelligenz und ChatGPT. Jeder Influencer kann den größten Unsinn in die Welt posaunen, jedes Schmierenblatt irgendwelche Fakenews verbreiten, jeder Vertriebsmitarbeiter das Blaue vom Himmel lügen - das wird erst mal geschluckt, wenn es nur geschmeidig genug daherkommt.

Doch sobald ein Politiker etwas von sich gibt wird es enger, wenn ich es als Privatmensch publiziere wächst die Skepsis und wenn es die Antwort von ChatGPT kommt, dann heißt die Devise "glaub erst mal kein Wort, lass dir alle Quellen nennen".

Klar, allzu naiv darf man nicht mit den Aussagen umgehen, unabhängig von der Quelle sollte man alle Statements zumindest einer Plausibilitätsprüfung unterziehen. Und je nach Kritikalität weiter nachhaken. Aber grundsätzlich und alles zu hinterfragen ist eher ein Zeichen von pathologischem Misstrauen und der Einstieg in fortwährende Alltagsprobleme. Oder würde man seinen Partner auch bei jedem noch so harmlosen Gespräch nach den Wissensquellen fragen?

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Mittwoch, 28. Januar 2026

Reframing – das mächtige Werkzeug

Werfen wir mal einen Blick in den Werkzeugkasten, mit dem ich die Rädchen, Getriebe und diversen Motoren in meinem Denkkasten repariere und warte. Da hängt an der Wand ein Haken mit einem Hobel an der Seite, darunter ein kleines Schild mit sauberer Schrift "Reframing". Auf den ersten Blick recht unscheinbar neben allen großen Werkzeugen, Zangen, Maschinen, Ersatzkabeln und einem kleinen Kran. Doch dieses Werkzeug hat es in sich, kann mit seinem Haken ein Bild aus seinem Rahmen entfernen und mit dem Hobel in einen neuen Rahmen einpassen. Und dann gibt es noch die flache Kante, die als Hammer fungiert und das Bild endgültig im neuen Rahmen fixieren hilft.

Reframing das mächtige Werkzeug

Neurahmung also, eine Option, etwas zu modernisieren, aufzuhübschen, anzupassen. Allerdings nur den Gesamteindruck, nicht das Bild an sich. Genau das ist das Besondere. Man muss kein neues Bild erwerben, es umarbeiten oder von einem Künstler verändern lassen, nein, die neue Wirkung erzielt man ausschließlich durch die Veränderung des Rahmens. Überschaubare Arbeit, die ich auch ohne fremde Hilfe ausführen kann.

Vor einigen Jahren hatte ich eine recht schmerzhafte Verletzung meiner Hüfte. Liegen oder sitzen konnte ich ganz gut, aber sobald ich mich bewegen wollte wurde ich sehr deutlich an die Verletzung erinnert. Wochen und Monate vergingen, bis sich die Entzündung zurückgezogen hatte und ich wieder uneingeschränkt laufen konnte. Und auf einmal bekam das Rasenmähen - bis dahin eine eher lästige Pflicht - eine ganz neue Qualität. Ich freute mich, dass ich draußen sein konnte, in der frischen Luft über den Rasen laufen konnte, dass mein Bein nicht weh tat und dabei: nun ja, vor mir war halt ein Rasenmäher.

Regelmäßig ärgere ich mich, weil ein Kollege seine Kaffeetasse nicht in die Spülmaschine einräumt. Dann kam Corona. Niemand war da, der eine Kaffeetasse brauchte oder sie gar ungespült in der Küche stehen ließ. Es war alles leer, kein Kontakt, kein Ärger, aber auch kein Gesprächspartner. Ich vermisste ihn, selbst das Wegspülen hätte ich gemacht, wenn ich dafür mit ihm ein kleines Schwätzchen hätte halten können.

In beiden Beispielen hat sich die Tätigkeit nicht verändert, ist also das Bild gleichgeblieben. Auch habe ich nicht meine Perspektive gewechselt, von einer anderen Position aus geschaut oder mich in etwas hineinversetzt. Aber ich habe die Szenen in einen anderen Kontext gestellt, sei es die Dankbarkeit für meine Gesundheit und die Freude darüber, dass ich (wieder) im Garten herumlaufen kann. Sei es die Anerkennung des Wertes, miteinander zu sprechen und die eher nebensächliche Störung in Form hinterlassener Tasse.

Gute Fragen in diesem Zusammenhang sind "was hängt noch damit zusammen?", "was würde mir fehlen?", "ist es nicht Teil der Lebendigkeit?". Und recht leicht lässt sich ein neuer Rahmen herstellen, der nicht nur ein neues, sondern durch meine freie Gestaltung ein besseres Gesamtergebnis erbringt. Es hängt damit zusammen, dass ich das Gute im Bild erkenne und dies durch die Rahmenform, seinen Stil und seine Farbe herausarbeite. Selbst eine verblassende Schwarzweiß-Fotografie kann so zu einem Blickfang werden.

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Mittwoch, 21. Januar 2026

Empathie für Gefühllose

Immer wenn ich das Wort Empathie höre, denke ich an einfühlsame Psychologen, Sitzen im Stuhlkreis, vielleicht eine unangezündete Kerze in der Mitte und Gespräche darüber, wie man sich fühlt. Atmosphäre und Gespräche sind geprägt von einer Aura des Verstehens, der betrachtete eigenen und fremden Gefühlswelt.

Nun gibt es Menschen, die genau das lieben, die es großartig finden, sich mit ihren Mitmenschen darüber auszutauschen, wie sich fühlen und was dies oder jenes mit ihnen macht. Die ein naturgegebenes Gespür für das fremde und das eigene Seelenleben zu haben scheinen. Und genau das auch ausleben und thematisieren. Dafür ist ihnen jede Alltagssituation recht und ein explizit hierfür angebotener Austausch wie der von mir erwähnte Stuhlkreis erst recht.

Empathie für Gefühllose

Ich gehöre nicht dazu. Empathie bedeutet für mich keinen schwingungserfüllten Raum, sondern ganz nüchtern die Beschäftigung mit meinem Gegenüber. Ohne irgendeine psychologische Antenne kann ich meinem Mitmenschen ins Gesicht sehen, seine Mimik oder auch Gestik verfolgen und so einen Eindruck erhalten, in welcher Stimmungslage er sich befindet, welche Gefühle und Gedanken er vielleicht gerade hat. Das ist beim Pokerspiel genauso hilfreich wie bei Verhandlungen oder der Besprechung von Beziehungsthemen.

Und ich kann zweitens den Standpunkt meines Gesprächspartners einnehmen. Was motiviert ihn zu seiner Aussage, was ist die (eigentliche) Botschaft, was ist sein (vielleicht unausgesprochener) Appell an mich. Perspektivwechsel ist ein Grundpfeiler der Empathie, sich in den anderen hinzuversetzen eine Voraussetzung dafür, dass ich mein Verhalten an ihm orientiere. 

Eine Aktion hat immer zwei Seiten. Mein Gegenüber hat etwas für mich Gutes gemacht oder gesagt. Ich bekomme also ein kleines Geschenk, irgendetwas, was nicht erkauft oder erzwungen ist. Wenn es mir gefällt gehe ich darauf ein und gebe in irgendeiner Form positives Feedback, sei es ein Dank, ein Lob, eine Gegengabe. Das hat nicht nur das Ziel eines reinen Dankes oder einer höflichen Reaktion, sondern das nüchterne Kalkül, dass ich mir eine gelegentliche Wiederholung wünsche.

Daneben gibt es aber noch einen zweiten Grund, warum man auf das Geschenk reagieren sollte. Es ist die Frage, was in der Gegenseite vorging, was sie motiviert hat. War es ein kleiner Liebesbeweis, ein Versuch mich zu bestechen, die Freude am Schenken oder die Gegengabe für ein Geschenk, das ich irgendwann mal übergeben habe. Wie auch immer, dies gilt es zu ermitteln und seine eigene Reaktion daran auszurichten.

Und drittens ist es zentral wichtig, das Geschenk als solches nicht nur zu erkennen, sondern diese Wahrnehmung auch zu kommunizieren. Mit anderen Worten anzusprechen, dass man gerade etwas ungefragt erhalten hat. Wie überschwänglich die Reaktion ausfällt, wie ehrlich sie ist oder ob sie sprachlich, als Umarmung oder andere Geste ausfällt: Das richtet sich auf den Einzelfall und die Situation. In jedem Fall aber signalisiert man damit, dass man etwas wahrgenommen, es nicht als selbst-verständlich genommen hat.

Zwar hat Empathie etwas mit Gefühlen zu tun, aber grundsätzlich erfordert sie eher generelle Aufmerksamkeit und Berücksichtigung der Beobachtung bei der eigenen Reaktion. Und dafür braucht man weder einen Stuhlkreis noch eine besondere psychologische Antenne. Allerdings gibt es Menschen, denen die Kette Beobachten-Hineinversetzen-Reagieren leichter fällt, andere die dies entweder anstrengend finden oder als Schnickschnack abtun.

Letzteres würde ich als Sichtweise nicht empfehlen, da sie das Leben außerhalb der eigenen Umgebung deutlich konfliktreicher und schwieriger macht. Egal, ob diese Umgebung von Bauhandwerkern oder Vorstandsmitgliedern geprägt ist.

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Donnerstag, 15. Januar 2026

Ein anderer Zug hat Vorrang

Die Fahrt ist gut angelaufen, die ersten Stationen haben wir mit einer Verspätung erreicht, die der routinierte Bahnkunde schon als normal empfindet. Doch im nächsten Bahnhof bleiben wir stehen. Wie gewohnt passiert erst mal nichts, keine Weiterfahrt, keine Durchsage, einfach nichts. Doch dann meldet sich eine Stimme aus dem Lautsprecher und erklärt, dass sich unsere Weiterfahrt noch verzögert, ein anderer Zug habe Vorrang.

Ein anderer Zug hat Vorrang

Ich schaue aus dem Fenster. Der kleine Bahnhof ist leer, keine Fahrgäste, kein Zug. Minuten vergehen, dann setzt sich unser Zug wieder in Bewegung. Wo mag er nur sein, dieser andere Zug mit Vorrang?

Durch den Halt habe ich genug Zeit, mich mit dem Thema Portfoliomanagement zu beschäftigen. Da arbeitet man sich auch langsam auf die Liste der hochpriorisierten Projekte vor, doch dann - schwupps - taucht ein neues Projekt aus dem Nichts auf und wirft die bisherige Priorisierung über den Haufen. Bei der jetzt entschiedenen Tranche ist mein Vorhaben nun plötzlich doch nicht dabei, die Antragsunterlagen werden archiviert und müssen bei der nächsten Runde aktualisiert erneut vorgelegt werden.

Änderungen können vorkommen und neue Situationen eine Neuplanung erfordern. Aber wirklich irritierend ist es, wenn dann die Störenfriede genauso überraschend verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Geisterzüge, Geisterprojekte. Einziger Trost, dass es dann irgendwann doch noch weitergeht, nur nicht im Zeitplan.

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Mittwoch, 7. Januar 2026

Alles wird schneller

Wir leben in einer spannenden Zeit, in der viel Bewegung zu erkennen ist. Technische Veränderungen ereilen uns nicht nur an einer Vielzahl von Fronten, auch die Anzahl der Veränderungen pro Zeiteinheit hat ein hohes Niveau erreicht. Und alle paar Jahre gibt es neben der ohnehin schon zügigen Evolution auch noch eruptive Entwicklungen wie die Verbreitung von Smartphones oder das Angebot von ChatGPT.

Diesen Entwicklungen stehen die einzelnen Menschen und als regionale Gesamtheit auch die Gesellschaft gegenüber. Ein Anpassen, Mitmachen, Mitdenken ist nicht nur wünschenswert, es ist unumgänglich. Egal ob Routenplanung, Buchung von Arztterminen oder der Aufruf von Speisekarten: Ohne modernes technisches Equipment wird es schwierig.

Das setzt sich in einem rasanten Wachstum der Anzahl installierter Apps fort, viele davon mit eigenen Passwörtern oder PIN-Codes, unterschiedlicher Bedienung und regelmäßigen Updates bezüglich Leistungsumfang und Oberfläche.

Alles wird schneller

Doch das ist nur die technische Sicht der Dinge. Auch um uns herum hat die Geschwindigkeit zugenommen. Hausbau ist einerseits eine zunehmend teure Angelegenheit, andererseits aber auch eine langfristige Bindung, die von vielen jüngeren Menschen als lästig empfunden wird. Mietverträge sind flexibler. Analog gilt dies für Beschäftigungsverhältnisse, die von den Angestellten alle paar Jahre hinterfragt werden.

Partnerschaft: War die Verbindung eines Paares in der Mitte des letzten Jahrhunderts erst nach der formalen Hochzeit möglich, beobachten wir inzwischen den Trend zu Partnerschaften mit offener Laufzeit. Selbst wenn geheiratet wird, ist dies kein Garant für lebenslange Zweisamkeit, eine Scheidung stellt die verlorene Ungebundenheit wieder her.

Gemeinsame Kinder sind zwar ein Aspekt, der beachtet und berücksichtigt werden muss, aber das Modell der Patchwork-Familie etabliert sich und ersetzt in Kombination mit Angeboten für Alleinerziehende den festen Ansatz einer Vater-Mutter-Kind-Konstellation.

Politische Ansätze bestehen nicht mehr über Jahrzehnte; Selbst eine Legislaturperiode scheint für die Entwicklungen und Veränderungen noch zu lang zu sein. Parteiprogramme müssen angepasst, die Mitglieder informiert und eingebunden, die Ausrichtung ständig neu justiert werden.

Schließlich erleben auch der tägliche Umgang, soziale Kontakte und Interaktionen eine ganz neue Taktung. Vereine mit Tradition, mehr oder weniger starrer Struktur und Organisation verlieren ihre Mitglieder, die sich stattdessen in Communities und Internet-Plattformen austauschen. Zeitlich und räumlich flexibel, ohne Vertrag oder Fristen.

Typische Leidtragende dieser Beschleunigung sind zudem die Glaubensgemeinschaften. Scharenweise treten Menschen aus den Kirchen aus, ersetzen ihren Beratungsbedarf individuell durch Coaches, Therapeuten oder folgen Idolen in den Social Media. Die über Jahrhunderte konservierte Vorreiter-Rolle von Göttern, Heiligen und Propheten geht in eine temporäre Anhängerschaft bei Influencern über.

Zweierlei kann man dazu zusammenfassend feststellen. Zum einen, dass sich diese Veränderung nicht aufhalten lässt. Es ist sinn- und zwecklos, mit irgendwelchen Maßnahmen dagegenhalten zu wollen und den Status Quo zwangsweise beizubehalten. In Bewegung geratene Änderungen kann man nicht mehr stoppen oder gar zurückrollen.

Und zum anderen handelt es sich um Entwicklungen, mit denen einzelne Menschen wie auch die Gesellschaft insgesamt überfordert sind, was zu Spannungen und Konflikten führt, deren Ausmaße wir im Moment nur erahnen können. Um dies zu vermeiden müssen wir dieses Spannungsfeld erkennen und so weit verringern, dass die Geschwindigkeit wieder menschlich wird.


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Donnerstag, 1. Januar 2026

24 Sichten auf das Jahr 2026

Weinseliger Rückblick auf ein vergangenes Jahr oder alkoholvernebelte gute Vorsätze für das zukünftige Jahr? Hier eine alternative Fassung, sich beim Meilenstein „Jahreswechsel“ Gedanken zu machen.

24 Sichten auf das Jahr 2026

Absicht – Gute Vorsätze haben Absicht, aber erst Taten verleihen ihnen Gewicht.

Ansicht – Die Ansicht ändert sich, sobald man einen Schritt zur Seite macht.

Aufsicht – Wer über sich Aufsicht führt, braucht weniger Nachsicht von anderen.

Außensicht – Von außen sieht man oft klarer, aber nicht immer wärmer.

Aussicht – Aussicht entsteht dort, wo man den Blick hebt und nicht den Kopf senkt.

Draufsicht – In der Draufsicht schrumpfen Probleme auf handliches Format.

Durchsicht – Nach der Durchsicht bleibt oft weniger, dafür Wesentlicheres.

Einsicht – Einsicht kommt selten auf den ersten Blick, aber fast immer zu spät.

Fernsicht – Fernsicht heißt nicht, alles zu wissen, sondern weiter zu denken.

Fremdsicht – Fremdsicht ist wie ein Spiegel mit unbekanntem Rahmen.

Gesamtsicht – Die Gesamtsicht zeigt, dass auch Umwege Teil des Weges sind.

Hinsicht – In dieser Hinsicht lohnt es sich, genauer hin als vorschnell wegzusehen.

Innensicht – Innensicht ist kein Rückzug, sondern ein Nach-Hause-Schauen.

Mitsicht – Mitsicht bedeutet, nicht nur mitzugehen, sondern mitzudenken.

Nachsicht – Nachsicht ist, wenn man Fehler sieht und trotzdem weitermacht.

Rücksicht – Rücksicht nimmt Tempo raus, ohne Richtung zu verlieren.

Selbstsicht – Die Selbstsicht wächst, wenn man sich nicht ständig kleinrechnet.

Teilsicht – Jede Teilsicht hat recht, aber nie allein.

Übersicht – Übersicht ist, wenn das Gedankenchaos endlich Ordnung findet.

Umsicht – Umsicht heißt, nicht nur den nächsten Schritt zu sehen, sondern den Boden.

Untersicht – In der Untersicht erkennt man, was sonst übersehen wird.

Vorsicht – Vorsicht schützt, solange sie nicht am Gehen hindert.

Weitsicht – Weitsicht misst Zeit nicht in Tagen, sondern in Bedeutung.

Zweitsicht – Zweitsicht rettet erste Gedanken vor endgültigen Fehlern.


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