Interdisziplinäre Ansätze - Analogien, Gleichnisse, Anregungen für Perspektivenwechsel. Neuigkeiten jeden Mittwoch.
Freitag, 16. Oktober 2020
Bodylotion für das Unternehmen
Freitag, 9. Oktober 2020
Autos und Mitarbeiter
Montag, 28. September 2020
Kleiner organisatorischer Hinweis...
Der volle Funktionsumfang - insbesondere Profil, weiterführende Informationen und Abonnement meines Blogs - ist leider nur in der Desktop-Version (also nicht in der Darstellung auf mobilen Endgeräten) vorhanden.
Ich lade herzlich ein, dort zu lesen (ist aus meiner Sicht auch schöner) und mir und meinen Texten auf diesem Wege auch zu folgen.
Also zum Beispiel über ein Abonnement des Blogs - immer den neuesten Artikel automatisch per E-Mail erhalten und nichts mehr verpassen.
Oder als Follower auf Twitter: @EckhardGleitsma
Natürlich auch bei Facebook: https://www.facebook.com/eckhard.gleitsmann
Sonntag, 27. September 2020
Das Gehirn ist auch ein Muskel
Folglich wird viel Energie, Zeit und Aufmerksamkeit in den
Körper, dessen Maße und das Training der Muskulatur gelegt. Das Ergebnis sieht
man im Alltag, deutlicher noch im Badeanzug und endgültig ohne Bekleidung in
der Sauna.
Doch unser Körper ist zwar ein wichtiger Teil unseres
Lebens, aber im Grunde nur Mittel zum Zweck. Er muss leistungsfähig genug sein,
unsere Tätigkeit auszuüben. Für Bauarbeiter heißt das natürlich etwas anderes
als für Schreibtischtäter. Aber hier wie da ist die Beschäftigung mit Fitness eher
flankierend wichtig.
Ein anderes – durchaus vergleichbares – Bauteil ist unser Gehirn. Ähnlich der Muskulatur muss es gepflegt und trainiert werden. So wie es körperlich faule Sesselhocker gibt, so kennen wir auch geistig immer träger werdende Mitmenschen.
Es erfordert zwar keinen Schweiß, den Denkapparat anzustrengen,
aber mühsam ist es auch. Und im Idealfall wird man sich auch hierzu Strategien,
Übungen und einen Trainingsplan zurechtlegen.
Bedauerlicherweise sieht man die Ergebnisse nicht so
deutlich, manches verläuft sogar sehr verborgen ab. Dadurch sind die Erfolgserlebnisse
meist seltener und schlechter messbar. Auf einen Sixpack-Bauch wird man
angesprochen, auf die Perfektionierung seiner Schachfähigkeiten eher nicht.
Das darf aber nicht entmutigen! Die Erfolge kommen später, aber sie kommen: Zum Beispiel in Form von herausgezögerten Alterungsprozessen (analog zur grundsätzlichen Gesundheit), durch geistige Wendigkeit auch nach Jahrzehnten auf der Welt (analog zur Beweglichkeit) und überhaupt durch ein breiteres Weltbild (analog zum vielseitigen Körpereinsatz).
Betrachten wir also das Gehirn als Muskel. Es braucht Herausforderungen und Anstrengung, sonst wird die Leistung immer geringer. Und ein erneutes Antrainieren ist äußerst mühsam.
Dienstag, 15. September 2020
Lethargie, Gelassenheit, Coolness
Montag, 31. August 2020
Sportliche Prozesse
Freitag, 21. August 2020
Gegen Sprachverwirrung gibt es Dolmetscher
Wenn ich in der Zeitung die Bezeichnung Dolmetscher lese, denke ich spontan an Damen und Herren, die im Europaparlament hinter einer Glasscheibe sitzen, mit Kopfhörer auf dem Kopf und einem Mikrofon vor dem Mund. Aber das ist natürlich nur eine Ausprägung der Übersetzung menschlicher Sprache. Daneben gibt es noch die Übersetzer von Texten, asynchrone Übersetzung von Reden und so weiter. Unabhängig von der Situation gibt es dabei unterschiedliche Anforderungen an den Transfer.
Es reicht natürlich nicht, nur Wort für Wort von einer Sprache in eine andere zu übertragen. Je besser der Dolmetscher den Sinn versteht, desto besser kann er es in der Zielsprache formulieren. Denn in jeder Sprache gibt es neben der Wortbedeutung immer ein Wortumfeld, also eine Art sprach- und kulturspezifische Bedeutungswolke.
Interessant ist jedenfalls, dass diese unterschiedlichen Varianten nicht nur im klassisch sprachlichen Umfeld zu finden sind. Genauso ist es auch bei Computersprachen. Ist ein Algorithmus zum Beispiel in Perl geschrieben und soll in Java übersetzt werden, ist wegen der unterschiedlichen Befehlssätze eine 1-zu-1-Übertragung kaum möglich, jedenfalls das Ergebnis eher holprig.
Noch spannender wird es aber bei der Übersetzung innerhalb einer Sprache von einem Fachgebiet in ein anderes. Wenn sich zum Beispiel die Bereiche Personal und Technik austauschen, dann sprechen sie eine „unterschiedliche“ Sprache. Was der eine unter einer Ressource versteht, interpretiert sein Gesprächspartner ganz anders.
Erster Schritt bei der Behandlung dieser Verständigungsprobleme ist die Erkenntnis, dass selbst auf den ersten Blick gleiche Begriffe verschieden besetzt sind. Das ist nicht alleine durch eine Art Vokabelheft („Definition“) zu beheben. Wenn man das versucht, erhält man Ergebnisse wie bei Wort-für-Wort-Übersetzungen zwischen Spanisch und Deutsch. Nur durch Verstehen des Bedeutungsumfeldes, seiner Einordnung und der damit verknüpften Assoziationen ist es möglich, verständlich zu vermitteln.
Der zweite Schritt besteht in der Kunst des Nacherzählens. Bei Romanen zeichnet sich eine hochwertige Übersetzung dadurch aus, dass der Übertragende selbst mehr oder weniger Autor ist und die Geschichte selbst (in der Zielsprache) nacherzählt. Im Unternehmen: Der sogenannte Business Relationship Manager muss den Fachbereich verstehen (und dafür zwingend dessen Sprache sprechen), er muss aber auch die Sprache der Techniker beherrschen und deren Fachbegriffe benutzen. Ja, auch er muss die Anforderungen nacherzählen.
Soweit noch halbwegs naheliegend. Doch spätestens im dritten Schritt wird es ausgesprochen anspruchsvoll. Es ist für eine optimale Verständigung nämlich auch noch wichtig, die unterschiedlichen Kulturen zu berücksichtigen. Hier spielen bereichstypische Glaubenssätze und Haltungen eine wichtige Rolle.
Werfen wir zur Illustration einen Blick auf die Filmindustrie. Da wird ein Spielfilm zum Beispiel in Frankreich produziert, das inländische Publikum ist begeistert. Im Sinne unseres ersten Schrittes würde man die Sprache synchronisieren und den Film einem deutschen Publikum anbieten. Anwendung des zweiten Schrittes wäre die erneute Produktion, diesmal aber unter deutscher Leitung, also gleicher Inhalt, aber andere Schauspieler, Dialoge, Tempi, Szenenauswahl. Und Schritt drei: Der Produzent für den deutschen Markt versteht, was die Franzosen an dem Film lieben; er sucht nach dem Pendant deutscher Zuschauer, lässt den Film unter dem Gesichtspunkt vielleicht an anderen Orten, mit anderer Dramaturgie und möglicherweise sogar anderem Ende neu entstehen. Hat er seine Arbeit brillant gemacht, hat das Ergebnis in den deutschen Kinos die Chance auf guten Erfolg.